Bedeutung und Herkunft

Rock ist eine der populärsten Musikrichtungen. Der Rock entwickelte sich in den 50er-Jahren in den USA und Großbritannien. Seine frühen Anfänge lassen sich aber schon in den späten 40er-Jahren finden: Im Rock and Roll. Der Rock and Roll kombinierte Einflüsse aus Blues, Country-Musik, Jazz und sogar Klassik. Der Rock der 60er-Jahre brachte instrumental die elektrische Gitarre und Schlagzeug in den Vordergrund.

Alternative Rock kam als Abzweig des Rock in den 80er-Jahren. Dabei wurde der Begriff Alternative Rock großzügig und oft undifferenziert verwendet, umfasste aber in erster Linie unabhängig produzierte Musik oder Musik, die nicht in den Mainstream passte, aber großen kommerziellen Erfolg feierte. Alternative Rock beschreibt deswegen nicht einen einzelnen Musikstil. Zahlreiche sehr unterschiedliche Subgenres fallen unter diesen Begriff. Beispiele sind Grunge, Brit-Pop, Post-und Folk Rock. Obwohl Alternative, wie der Name schon sagt, alternative, also kleiner Musikrichtungen beschrieb, änderte sich diese Bedeutung zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Heute gehört fast jede Form des Rock zu einer Unterkategorie des Alternative Rock. Spricht man also von Alternative Rock, ergeben sich unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem von welcher Zeitperiode die Rede ist.

Wie kam der Wendepunkt von „unabhängige Label und alternative Musik“ zu „jede neue Art von Rock“? Den Durchbruch schaffte die Band Nirvana. Eine unabhängige Band die riesige Popularität bekam, schaffte auch den Alternative Rock in die Köpfe der Menschen. Er wurde aber nicht mehr mit klein und unabhängig in Verbindung gebracht.p>

Anfänge und Entwicklung des Alternative Rock

Musikstile, vor allem der Rock, sind nicht eindeutig zu kategorisieren. Nimmt man den Alternative Rock wortwörtlich und bezieht diese auf alternative Auswüchse des Rock, so lassen sich seine Spuren bis in die späten 1960er zurückverfolgen, auch wenn die Bezeichnung Alternative Rock noch gar nicht existierte. In dieser Zeit kamen Bands wie Velvet Underground, MC5 und Silver Apples auf. Diese Bands unterschieden sich klanglich und inhaltlich von der musikalischen Kulisse ihrer Zeit. Diese Tendenz zu alternativen Klängen wurde in den 1970er-Jahren von Künstlern wie David Bowie, T-Rex, Can, New York Dolls und Television weiterentwickelt.

In den 1970er-Jahren kam der Punk und brachte einen Wendepunkt für die Musikindustrie im Allgemeinen und für die alternative Musik im Besonderen. Nun gab es alternative Musik, die sich nicht nur stilistisch, sondern auch durch die Produktions- und Vermarktungsweise unterschied. Vorher gab es nur einen Weg zu Aufnahme und Produktion von Musik: Über die großen Musik-Labels. Dann kam der Punk mit seiner rebellischen und ablehnenden Haltung, die Großunternehmen und dem Kapitalismus zu trotzen versuchte. Die alternativen Künstler feierten ihre Unabhängigkeit und die Untergrund-Szene. Sie wurden von den großen Labels nicht beachten und kämpften gar nicht um die Aufmerksamkeit, da die großen Labels als Triebfedern des Kapitalismus galten. Alternative stand nicht für eine musikalische Ausprägung, sondern für eine ideologische Haltung. In den 80er-Jahren spielten alternative Band meistens in kleinen Clubs.

Grunge

Grunge ist ein Untergenre des Alternative Rocks. Grunge wurde in den 80er-Jahren in den USA, vor allem Seattle, gegründet. Inspiriert wurde diese Musikrichtung vom Hardcore-Punk, Heavy Metall und Indie-Rock. Der Stil zeichnet sich vor allem durch „schmuddelige“ Sounds aus: verzerrte Gitarrenklänge, dominantes Schlagzeug und/oder angsterfüllte und apathische Texte. Im Gegensatz zum Punk ist beim Grunge das Tempo langsamer und die Instrumentalbegleitung komplexer. Grunge-Bands waren dafür bekannt, dass sie die Kommerzialisierung von Musik durch die großen Labels ablehnten.

Etwa zehn Jahre nach der Geburt dieser Musikrichtung feierte sie auch schon kommerzielle Erfolge. Der Hauptgrund für die steigende Popularität war der Song „Nevermind“ von Nirvana. Der Alternative Rock kam langsam im Mainsteam an. Grunge wurde zur beliebtesten Form des Hard-Rocks. Viele Grunge-Bands waren unzufrieden mit dieser neuen Stellung, Musik für die Massen zu machen. Gegen Ende der 90er-Jahre verschwanden die meisten Grunge-Bands aus dem Fokus, sie lösten sich auf oder verloren an Popularität. Der Einfluss des Grunge ist aber geblieben und sogar noch in der modernen Rockmusik zu finden.

Die Liedtexte befassen sich oft mit beklemmenden Themen: soziale Isolation, Apathie, Gefangenschaft und ein Streben nach Freiheit. Thematisch dreht sich der Grunge oft um Wurt, Angst und Depressionen; um Drogenabhängigkeit und Alkoholkonsum.

Viele Grunge-Musiker begannen ihre Karriere als Teenager, also in einer Lebensphase, in der Angstgefühl und Unsicherheit eine große Rolle spielen und soziale Vorurteile und Ungerechtigkeit zum ersten Mal richtig erkannt werden.

Angst, Drogen und eine ablehnende Gesellschaftshaltung sind aber nicht allen Grung-Songs zuzuschreiben. Ein berühmtes Gegenbeispiel ist „In Bloom“ von Nirvana. Ein satirischer Song voller Humor über amerikanische Kleinstädter und Personen, die nichts verstehen, aber gleichzeitig ihre Meinung am lautesten kundtun.

Hevay-Metal-Konzerte zu der Zeit waren oft teuer in der Umsetzung und hatten viele Show-Effekte wie Pyrotechnik und komplexe Lichteffekte. Grunge-Bands vermieden alle visuellen Effekte, die nichts mit der Musik zu tun haben. Ihre physische Präsenz auf der Bühne und die Instrumente waren alles, was sie an „visuellen Effekten“ brauchten. Die Auftritte waren dann aber umso lebendiger und hatten ein hohes Maß an Interaktivität. Fans und Musiker nahmen gleichermaßen am Stage Diving, Crowdsurfing, Headbangen, Pogo und am Moshpit (kreisförmig tanzende Menschentraube, meist vor der Bühne) teil. Ungekünstelt wie die Bühnenauftritte war auch die Bekleidung der Grunge-Bands: Beliebt waren Second-Hand-Artikel und lokale Outdoor-Bekleidung wie Flanellhemden.

Bruce Springsteen

Bruce Springsteen zählt zu den erfolgreichsten Rockmusikern: Er verkaufte über 65 Millionen Alben allein in den USA. Unter seinen zahlreichen Auszeichnungen befinden sich zwanzig Grammys. 2016 wurde er von Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom geehrt. Seine Lieder handeln oft von seinen Wurzeln im amerikanischen Springsteen und der Arbeiterklasse von New Jersey.

Bruce Springsteen wurde 1949 in New Jersey in überschaubaren Verhältnissen geboren: Sein Vater war Gelegenheitsarbeiter, oft ohne festes Einkommen, seine Mutter Sekretärin. Das Verhältnis zu seinem Vater war schwierig. Springsteen sagte aus, es habe zwei Dinge gegeben, die bei seinem Vater unbeliebt waren: Er selbst und seine Gitarre.

Trotzdem war er in späteren Jahren seinem Vater dankbar. Die Konflikte und auch das Leben in der Arbeiterklasse haben seine Kunst beeinflusst und ihm erst einen Grund und ein Thema gegeben, sich musikalisch auszuleben. Im Gegensatz zu anderen Rockmusikern, die ihre schwierige Kindheit musikalisch in düsteren und dissonanten Klängen verarbeiten, zählt Bruce Springsteen zum Adult Oriented Rock: Eine Musik, die sich nicht mehr mit den Ängsten und Zweifeln des Heranwachsens plagt.

Seine Songs sind besonnener und positiver. Den Problemen der Welt wird mit einer selbstbewussteren Haltung begegnet. Auch Regierung und Traditionen werden in der Musik nicht mehr so stark verpönt. Für Springsteen spielte seine Heimat eine große Rolle, sein Song „Born in the USA“ brachte ihm ein riesiges mediales Interesse und einen großen kommerziellen Erfolg. Kurz danach,1985, heiratete er die Schauspielerin Julianna Phillips. Noch während der Ehe begann er eine Affaire mit der Sängerin Patti Scialfa, mit der er 1991 seine zweite Ehe einging. Gemeinsam haben sie drei Kinder.

Eric Clapton

Eric Clapton wurde im englischen Ripley geboren. Da seine Mutter bei seiner Geburt erst sechzehn Jahre alt und unverheiratet war, wurde er von seinen Großeltern wie ein Bruder seiner Mutter erzogen. Erst mit 53 Jahren fand er heraus, dass seine ältere Schwester nicht seine Schwester ist, sondern seine Mutter. Seine Kindheit verlief jedoch in ruhigen Bannen. Mit vierzehn Jahren begann er Gitarre zu spielen und ließ sich von Künstlern wie B.B. King, Buddy Guy, John Lee Hooker und Muddy Waters inspirieren.

1963 erhielt er seinen Abschluss an der Kunsthochschule und widmete sich seiner Musikkarriere, er war so gut, dass er als „God“, also Gott, betitelt wurde, da er die gesamte britische Musikszene mit seinem unglaublichen Können an der Gitarre beeindruckte.

1966 gründete er mit Jack Bruce und Ginger Baker die Band Cream. Obwohl sie ihre Wurzeln im Blues hatte, trat die Band die Fußstapfen des Rock. Die Erfolge kamen schnell: Die Single „I Feel Free“ und das Debütlabum „Fresh Cream“ kletterten schnell auf die britischen Charts hoch. Es folgten weitere Songs, Tourneen und millionenfach verkaufte Platten. Aber es gab auch Konflikte innerhalb der Band und Clapton gründet eine neue Band, die Blind Faith, die weltweit erfolgreich war, aber dennoch aufgelöst wurde.

Seit 1970 verfolgt Clapton seine Solokarriere.

Coldplay

Coldplay ist ein britisches Quartett und eine der größten Bands des 21. Jahrhunderts. Musikalisch ist Coldplay zwischen hymnischen Rock und Brit-Pop zu verorten. Die Entstehung der Band kam zu einem perfekten Zeitpunkt: Radiohead fokussierte sich auf elektronischen Klang, Oasis führte weiterhin psychedelische und experimentelle Musik. Das Publikum war hungrig nach einem frischen Sound und leichterer, zugänglicher Musik. Für das Debütalbum gab es einen Grammy und die Band ging weltweit und überaus erfolgreich auf Tournee.

Die Mitglieder Chris Martin, Jonny Buckland, Guy Berryman und Will Champion wurden alle in musikalischen Haushalten geboren und waren seit der frühesten Jugend musikalisch sehr interessiert, bei ihre Vorlieben aber sehr unterschiedlich.

Der Sänger Martin begann schon mit fünf Jahren Klavier zu spielen und der Gitarrist Buckland wuchs mit harten Gitarrensounds von Eric Clapton und Jimi Hendrix auf. Der Bassist und Schotte Berryman hingegen hatte seine Wurzeln eher im Funk und Indie-Rock. Champion spielt zahlreiche Instrumente und hatte eigentlich nicht vor, Schlagzeuger zu werden, bevor er sich der Band Coldplay anschloss.

Die Mitglieder lernten sich am University College in London kennen. Währen der ersten Phase trat die Band unter unterschiedlichen Namen auf: Sie hießen Pectoralz, dann Starfish und schlussendlich Coldplay. Der letzte Namensvorschlag kam von einem befreundeten Musiker, dessen eigene Band so hieß.

Sie spielten auf mehren kleineren Veranstaltungen und bei einem Manchester Festival für Bands, die noch nicht unter Vertrag sind. Dort gewannen sie schnell die Aufmerksamkeit vom Label Parlophone. Im Studio des Labels nahmen sich auch ihr erstes Album auf. Mit „Parachutes“ erlangten sie 2000 einen Hit in Großbritannien, mit „Yellow“ gelang dann der internationale Durchbruch. Die Band hat etwa achtzig Millionen verkaufter Tonträger, davon etwa fünfzig Millionen Alben. Den Erfolg nutzt die Band, um sich sozial zu engagieren, so unterstützen sie Amnesty International und Oxfam.

Radiohead

Radiohead ist eine britische Rockband, die 1985 gegründet wurde. Die Bandmitglieder sind Thom Yorke (Keyboard, Gitarre und Gesang), Ed OˋBrien (Gitarre und Gesang) Philip Selway (Schlagzeug) und die Brüdern Jonny und Colin Greenwood (Gitarre und Bass).

1992 wurde die erst Single veröffentlicht: „Creep“. Ein Jahr später kam das Debütalbum „Pablo Honey“ heraus und feierte einen weltweiten Erfolg. Das zweite Album „The Bends“ brachten der Band in England Ansehen und Popularität. „OK Computer“ war das dritte Album und brachte internationalen Ruhm; es hatte eine komplexe Produktion und sprach thematisch den Zeitgeist an. Thematisch drehte es sich um die Entfremdung in der modernen Welt. Deshalb gilt es als das Vorzeige-Album und Meilenstein der Rockmusik in der 90er-Jahre.

Die nach 2000 aufgenommen Alben führten dann einen anderen Stil fort: Elemente aus experimenteller elektronischer Musik traten in den Vordergrund, aber auch der westdeutsche Krautrock und Jazz. Das Album „Kid A“ sorgte bei den Fans für gespaltene Meinungen, wurde aber von dem renommierten Musikmagazin „Rolling Stone“ und von „The Times“ zum besten Album der Dekade gewäht.

Radiohead hat weltweit über dreißig Millionen Alben verkauft, ihre Musik zählt laut Kritikern zu der besten Musik der letzten dreißig Jahre. Radiohead wurde 2019 in die Ruhmeshalle „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.

Folk-Rock

Folk-Rock brachte den Folk in die Rockmusik. Dabei ist der Folk bereits eine Kombination aus populärer Musik und traditioneller Volksmusik. Der Folk greift Klänge, Melodien und auch Texte aus regionaler Volksmusik auf und vertont diese neu. Da der Folk den Stil der Volksmusik nachahmt, wird er instrumental von Fidel, Flöte, Dudelsack und Gitarre begleitet. Diese Elemente griff der Folk-Rock in den 1960er-Jahren auf und verbreitete sich erst in den USA und in Kanada.

Klanglich wurde auf eine harmonievolle Umsetzung geachtet; auf einen reinen, nicht technisch klingenden Sound und mit vielen Parallelen zum Folk.

Folk-Rock hatte frühe Anfänge in der Arbeiterbewegung der 1930er-Jahre, vor allem durch die Songs von Pete Seeger und Woody Guthrie. Folk-Rock wurde zum Genre und Protestmusik dieser Bewegung. Die späten Songwriter des Folk-Rocks wurden stark von dieser Bewegung beeinflusst. Die erste Band, die dem Folk-Rock zuzuordnen ist, waren die Almanac Singers, denen mit „Irene“, einer Neuvertonung des Songs von der Band Laedbelly, ein guter kommerzieller Erfolg gelang. Der breite Mix aus altem Folklore-Gut und neuen Klängen inspirierte Bands wie Kingston Trio, Chad Mitchell Trio, Four Freshmen und Highwaymen. Allein an den Namen der Bands lässt sich eine Bodenständigkeit ablesen; verglichen mit den ausgefallenen und manchmal anstößigen Namen anderer Band des Alternative Rock.

Besonders populär wurde Folk-Rock während des Vietnamkrieges in den späten 1960er; die Künstler vereinte eine ablehnende Haltung gegenüber dem Krieg und eine Rückbesinnung auf Natur und traditionelle Werte. Inhaltlich ging es in der Musik um Freiheit und Respekt der Natur gegenüber. Deswegen fand der Folk-Rock auch eine große Anhängerschaft in den christlichen Gemeinden. Christliche Varianten des Folk-Rocks wurden unter der jungen Generation populär und wurden gesungen, um den Glauben zu bestärken.