Post-Rock

Zum Alternative Rock gehört auch der Post-Rock. Post-Rock hat einen experimentellen Charakter. Klangfarben, Akkorde, Kompositionen und Textmöglichkeiten des herkömmlichen Rock wurden unterschiedlich variiert und neu interpretiert. Dieses Ausprobieren war stark instrumental orientiert. Künstler des Post-Rock verbanden instrumentale Musik mit dem elektronischen Möglichkeiten. Dieser Hang zum Neuen entsprang der Indie-Szene der 1980er-Jahre.

Mit dem heute gängigen Indie-Rock hat der Post-Rock klanglich wenig Ähnlichkeiten, da durch den experimentellen Charakter die Grenzen des musikalischen Genres sehr weit ausgelotet wurden und der elektronische Einfluss eine große Rolle hatte. Deswegen ist der Klang des Post-Rocks oft mehr mit dem westdeutschen Krautrock, Jazz, Dub, Electronica und sogar mit dem harmonischen und sphärischen Klängen des Ambient zu vergleichen. Vereinzelt findet sich auch Bezüge zu der klassischen Instrumentalmusik.

Bekannte Künstler des Post-Rock sind Talk Talk und Slint, die in den Anfängen der 90er-Jahre den Stil grundlegend prägten. Den Begriff selbst prägte 1994 der Journalist Simon Raynolds in einer Rezension über die Band Bark Psychosis. Seitdem wird Post-Rock verwendet, um Rock-Bands zu beschreiben, die sehr individuell klingen und sich stark von einander unterscheiden. Das macht die Kategorisierung aber auch kompliziert. Fans und sogar die Künstler selbst sind oft uneinig, ob die Musik dem Post-Rock zuzuordnen ist oder nicht.

Rock und Rockbands in der ehemaligen DDR

Als in den 60er-Jahren die Rockmusik Einzug hielt, machte sie auch vor den ehemaligen Ostblockstaaten nicht Halt. Die Musik wurde von der Obrigkeit verpönt, aber von den Menschen geliebt. Regulär durfte die Rockmusik nicht gehört werden, Musik-Fans ließen sich jedoch nicht davon abhalten Beatles und andere Westbands zu konsumieren. Sei es heimlich vor dem Radio oder durch Einschleusen beliebter Schallplatten.

[IMAGE=bP6i8KcUbriU.jpg]

Junge DDR-Musiker hielt dies nicht davon ab, auf ihre Weise in das Genre Rockmusik einzusteigen, was bei Musik-Fans regen Zuspruch fand. Wobei sich DDR-Rockbands mit viel Gespür an der eigentlichen Rockmusik vorbeischlängeln mussten. Es wurden englische Bandbezeichnungen untersagt und die Bands mussten sich „Combos“ nennen. So wurden Kulturhäuser und FDJ-Klubs sehr gründlich auf ihre ideologische Ausrichtung geprüft.

Rock im Osten

Auch in der ehemaligen DDR war Musik fester Bestandteil im Leben der Menschen. Und schon immer hat es Musiker gegeben, die ihre Musik als Ausdrucksmittel für Gefühle und Meinungen benutzten. Das Bedürfnis nach musikalischem Wandel war auch bei Musikern und Jugendlichen in der DDR vorhanden. Nicht nur in der DDR, sondern auch in Ungarn gab es gefragte Rockbands, die über die Grenzen hinaus populär waren. Auch im Westen wurde die Musik dieser Rockbands aufgeschnappt. Aber nicht nur in der Musik gab es Rangeleien, alles was mit dem Westen zu tun hatte, war im Osten nicht erwünscht. Ein weiteres Beispiel ist die Kategorie Filme. Als etwa 1977 der Film Krieg der Sterne in die Kinos kam, waren auch Menschen in der DDR so begeistert davon, dass sich manche den Film in ungarischen Kinos angesehen haben, wobei es keine Rolle spielte, dass der Text ungarisch war und die meisten nichts verstanden. Heutzutage ist das für Kinder und Jugendliche kaum noch nachvollziehbar, denn heute gibt es viele Merchandising-Artikel und sogar Kuchen, die mit Bildern und Figuren beliebter Musiker oder des immer noch beliebten Films Star Wars, wie etwa die Star Wars torte, dekoriert werden.

Puhdys und andere Musiker der DDR

In der DDR war die Rockband Pudhys, die 1969 gegründet wurde, weit über die Grenzen bekannt. Die Puhdys galten als bekannteste DDR-Rockband. Da sie vorwiegend englischsprachige Coversongs spielten, bekam die Band 1970 Auftrittsverbot. Dabei wurden nicht nur die Texte kritisiert, sondern auch, dass die Musikanlage mit 200 Watt mehr als die erlaubten Watt hatte. Nach einer Aussprache mit den Behörden schrieben und sangen die Puhdys ab 1970 deutsche Lieder wie etwa Türen öffnen sich zur Stadt, das damals ein Hit war. Musikalisch orientierten sich die Pudhys an Bands wie Deep Purple und Led Zeppelin.

Eine weitere beliebte Rockband in der DDR war City, deren größter Hit der Song Am Fenster war. Er gilt bis heute als Klassiker der DDR-Rockmusik. Für diesen Song erhielt die Band sogar eine Goldene Schallplatte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. City gehörte zu den Wenigen, die auch dort auftreten durften.

Zusammen mit der 1996 verstorbenen Sängerin Tamara Danz war die Rockband Silly in der DDR sehr populär. Die Rockband gehörte zu den wichtigsten im Land. Dies lag zum Teil an der gewaltigen Stimme und dem Charme der Sängerin. Einer der bekanntesten Song ist Bataillon d’Amour aus dem Jahr 1988.

Britpop

Britpop wurde MItte der 90er-Jahre als Gegenbewegung zum amerikanischen Grunge gegründet; als eine Mischung des Alternative Rock und britischer Musikszene. Während sich der Grunge mit düsteren Themen befasste, hatte Britpop eine positivere Haltung und einen weniger beschwerlichen Sound. Thematisch drehte sich der Britpop um Großbritannien und aktuelle Themen. Gitarrenmusik wurde als stolze britische Tradition angesehen und trat wieder in den Vordergrund.

Die erfolgreichsten Bands des Britop sind Blur, Oasis, Suede und Pup. Diese Bands wurden als die „Big Four“, die großen Vier, bekannt. Die Musik fand in Großbritannien viele Fans; Oasis und Blur lieferten sich einen regelrechten Kampf um die Vorderränge in den britischen Charts. Damit war der Alternative Rock auch in Europa in der Mitte der Gesellschaft und der Musik angekommen.

Auch Kunst, Mode und Politik schlossen sich dieser Musikbewegung an. Der Künstler Damien Hirst wirkte bei den Musikvideos von Blur mit. Auch Tony Blair und die New Labour Partei unterstützen den Britpop politisch. Die Bewegung wurde als ein enormes kulturelles Phänomen bezeichnet und stark von Presse und Medien begleitet.

Britpop erzielte auch im Ausland kommerzielle Erfolge, konnte sich aber nicht lange halten und verschwand gegen Ende des Jahrzehnts wieder aus dem Fokus der populären Musik.

Bedeutung und Herkunft

Rock ist eine der populärsten Musikrichtungen. Der Rock entwickelte sich in den 50er-Jahren in den USA und Großbritannien. Seine frühen Anfänge lassen sich aber schon in den späten 40er-Jahren finden: Im Rock and Roll. Der Rock and Roll kombinierte Einflüsse aus Blues, Country-Musik, Jazz und sogar Klassik. Der Rock der 60er-Jahre brachte instrumental die elektrische Gitarre und Schlagzeug in den Vordergrund.

Alternative Rock kam als Abzweig des Rock in den 80er-Jahren. Dabei wurde der Begriff Alternative Rock großzügig und oft undifferenziert verwendet, umfasste aber in erster Linie unabhängig produzierte Musik oder Musik, die nicht in den Mainstream passte, aber großen kommerziellen Erfolg feierte. Alternative Rock beschreibt deswegen nicht einen einzelnen Musikstil. Zahlreiche sehr unterschiedliche Subgenres fallen unter diesen Begriff. Beispiele sind Grunge, Brit-Pop, Post-und Folk Rock. Obwohl Alternative, wie der Name schon sagt, alternative, also kleiner Musikrichtungen beschrieb, änderte sich diese Bedeutung zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Heute gehört fast jede Form des Rock zu einer Unterkategorie des Alternative Rock. Spricht man also von Alternative Rock, ergeben sich unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem von welcher Zeitperiode die Rede ist.

Wie kam der Wendepunkt von „unabhängige Label und alternative Musik“ zu „jede neue Art von Rock“? Den Durchbruch schaffte die Band Nirvana. Eine unabhängige Band die riesige Popularität bekam, schaffte auch den Alternative Rock in die Köpfe der Menschen. Er wurde aber nicht mehr mit klein und unabhängig in Verbindung gebracht.p>

Anfänge und Entwicklung des Alternative Rock

Musikstile, vor allem der Rock, sind nicht eindeutig zu kategorisieren. Nimmt man den Alternative Rock wortwörtlich und bezieht diese auf alternative Auswüchse des Rock, so lassen sich seine Spuren bis in die späten 1960er zurückverfolgen, auch wenn die Bezeichnung Alternative Rock noch gar nicht existierte. In dieser Zeit kamen Bands wie Velvet Underground, MC5 und Silver Apples auf. Diese Bands unterschieden sich klanglich und inhaltlich von der musikalischen Kulisse ihrer Zeit. Diese Tendenz zu alternativen Klängen wurde in den 1970er-Jahren von Künstlern wie David Bowie, T-Rex, Can, New York Dolls und Television weiterentwickelt.

In den 1970er-Jahren kam der Punk und brachte einen Wendepunkt für die Musikindustrie im Allgemeinen und für die alternative Musik im Besonderen. Nun gab es alternative Musik, die sich nicht nur stilistisch, sondern auch durch die Produktions- und Vermarktungsweise unterschied. Vorher gab es nur einen Weg zu Aufnahme und Produktion von Musik: Über die großen Musik-Labels. Dann kam der Punk mit seiner rebellischen und ablehnenden Haltung, die Großunternehmen und dem Kapitalismus zu trotzen versuchte. Die alternativen Künstler feierten ihre Unabhängigkeit und die Untergrund-Szene. Sie wurden von den großen Labels nicht beachten und kämpften gar nicht um die Aufmerksamkeit, da die großen Labels als Triebfedern des Kapitalismus galten. Alternative stand nicht für eine musikalische Ausprägung, sondern für eine ideologische Haltung. In den 80er-Jahren spielten alternative Band meistens in kleinen Clubs.

Grunge

Grunge ist ein Untergenre des Alternative Rocks. Grunge wurde in den 80er-Jahren in den USA, vor allem Seattle, gegründet. Inspiriert wurde diese Musikrichtung vom Hardcore-Punk, Heavy Metall und Indie-Rock. Der Stil zeichnet sich vor allem durch „schmuddelige“ Sounds aus: verzerrte Gitarrenklänge, dominantes Schlagzeug und/oder angsterfüllte und apathische Texte. Im Gegensatz zum Punk ist beim Grunge das Tempo langsamer und die Instrumentalbegleitung komplexer. Grunge-Bands waren dafür bekannt, dass sie die Kommerzialisierung von Musik durch die großen Labels ablehnten.

Etwa zehn Jahre nach der Geburt dieser Musikrichtung feierte sie auch schon kommerzielle Erfolge. Der Hauptgrund für die steigende Popularität war der Song „Nevermind“ von Nirvana. Der Alternative Rock kam langsam im Mainsteam an. Grunge wurde zur beliebtesten Form des Hard-Rocks. Viele Grunge-Bands waren unzufrieden mit dieser neuen Stellung, Musik für die Massen zu machen. Gegen Ende der 90er-Jahre verschwanden die meisten Grunge-Bands aus dem Fokus, sie lösten sich auf oder verloren an Popularität. Der Einfluss des Grunge ist aber geblieben und sogar noch in der modernen Rockmusik zu finden.

Die Liedtexte befassen sich oft mit beklemmenden Themen: soziale Isolation, Apathie, Gefangenschaft und ein Streben nach Freiheit. Thematisch dreht sich der Grunge oft um Wurt, Angst und Depressionen; um Drogenabhängigkeit und Alkoholkonsum.

Viele Grunge-Musiker begannen ihre Karriere als Teenager, also in einer Lebensphase, in der Angstgefühl und Unsicherheit eine große Rolle spielen und soziale Vorurteile und Ungerechtigkeit zum ersten Mal richtig erkannt werden.

Angst, Drogen und eine ablehnende Gesellschaftshaltung sind aber nicht allen Grung-Songs zuzuschreiben. Ein berühmtes Gegenbeispiel ist „In Bloom“ von Nirvana. Ein satirischer Song voller Humor über amerikanische Kleinstädter und Personen, die nichts verstehen, aber gleichzeitig ihre Meinung am lautesten kundtun.

Hevay-Metal-Konzerte zu der Zeit waren oft teuer in der Umsetzung und hatten viele Show-Effekte wie Pyrotechnik und komplexe Lichteffekte. Grunge-Bands vermieden alle visuellen Effekte, die nichts mit der Musik zu tun haben. Ihre physische Präsenz auf der Bühne und die Instrumente waren alles, was sie an „visuellen Effekten“ brauchten. Die Auftritte waren dann aber umso lebendiger und hatten ein hohes Maß an Interaktivität. Fans und Musiker nahmen gleichermaßen am Stage Diving, Crowdsurfing, Headbangen, Pogo und am Moshpit (kreisförmig tanzende Menschentraube, meist vor der Bühne) teil. Ungekünstelt wie die Bühnenauftritte war auch die Bekleidung der Grunge-Bands: Beliebt waren Second-Hand-Artikel und lokale Outdoor-Bekleidung wie Flanellhemden.

Folk-Rock

Folk-Rock brachte den Folk in die Rockmusik. Dabei ist der Folk bereits eine Kombination aus populärer Musik und traditioneller Volksmusik. Der Folk greift Klänge, Melodien und auch Texte aus regionaler Volksmusik auf und vertont diese neu. Da der Folk den Stil der Volksmusik nachahmt, wird er instrumental von Fidel, Flöte, Dudelsack und Gitarre begleitet. Diese Elemente griff der Folk-Rock in den 1960er-Jahren auf und verbreitete sich erst in den USA und in Kanada.

Klanglich wurde auf eine harmonievolle Umsetzung geachtet; auf einen reinen, nicht technisch klingenden Sound und mit vielen Parallelen zum Folk.

Folk-Rock hatte frühe Anfänge in der Arbeiterbewegung der 1930er-Jahre, vor allem durch die Songs von Pete Seeger und Woody Guthrie. Folk-Rock wurde zum Genre und Protestmusik dieser Bewegung. Die späten Songwriter des Folk-Rocks wurden stark von dieser Bewegung beeinflusst. Die erste Band, die dem Folk-Rock zuzuordnen ist, waren die Almanac Singers, denen mit „Irene“, einer Neuvertonung des Songs von der Band Laedbelly, ein guter kommerzieller Erfolg gelang. Der breite Mix aus altem Folklore-Gut und neuen Klängen inspirierte Bands wie Kingston Trio, Chad Mitchell Trio, Four Freshmen und Highwaymen. Allein an den Namen der Bands lässt sich eine Bodenständigkeit ablesen; verglichen mit den ausgefallenen und manchmal anstößigen Namen anderer Band des Alternative Rock.

Besonders populär wurde Folk-Rock während des Vietnamkrieges in den späten 1960er; die Künstler vereinte eine ablehnende Haltung gegenüber dem Krieg und eine Rückbesinnung auf Natur und traditionelle Werte. Inhaltlich ging es in der Musik um Freiheit und Respekt der Natur gegenüber. Deswegen fand der Folk-Rock auch eine große Anhängerschaft in den christlichen Gemeinden. Christliche Varianten des Folk-Rocks wurden unter der jungen Generation populär und wurden gesungen, um den Glauben zu bestärken.